Thursday, 29. July 2010 - Bad Cannstatt

Leserbrief zur Sperrung Zuckerleweg


Anwohner befragen - Einwände der Wengerter ernst nehmen

Im Namen der Mitglieder des Bauernverbands Stuttgart, Ortsverband Bad Cannstatt, sehen wir uns aus aktuellem Anlass gezwungen, zur Sperrung des Zuckerlewegs in Bad Cannstatt Stellung zu nehmen.

Aus unserer Sicht ist die geplante Sperrung des Zuckerlewegs, der bisher als Anliegerstraße geführt wird, unverhältnismäßig. Dies auch, wie bereits im Bezirksbeirat Bad Cannstatt angemerkt, weil bis jetzt keine Befragung zu den Wünschen und Anliegen der Anwohner durchgeführt wurde. Aus den uns vorliegenden Informationen wird sogar klar, dass die Initiative von nur einer, seit kürzerer Zeit dort wohnenden Person ausgeht. Hier empfehlen wir dringend eine Befragung der Anwohner.

Zudem sehen wir die Interessen vieler unserer Mitglieder, die als Weingärtner tätig sind, nicht berücksichtigt. Zwar schmückt sich die Stadt Stuttgart gerne mit den Weinbergen und setzt das Thema Wein vermehrt im Stadtmarketing ein, doch auf die Bitten und Wünsche der „Wengerter“ wird nicht eingegangen. So war es unser klares Anliegen, dass der Zuckerleweg offen bleibt und zudem das bestehende Parkverbot ausgeweitet wird. Dies natürlich nicht aus Jux und Tollerei, sondern aus stichhaltigen Gründen: Wir müssen heute, um wirtschaftlich arbeiten zu können, häufig auch in den früheren Morgenstunden und am Abend im Weinberg aktiv sein und setzen hierzu sogenannte Schmalspurschlepper ein. Um die Weinberge jedoch mit diesen Maschinen Reihe für Reihe befahren zu können, benötigen wir Platz zum Wenden. Dieser ist nicht gegeben, wenn auf dem Gehweg am Zuckerleweg Fahrzeuge parken.

Zudem würde ein Sperrung des Zuckerlewegs eine erhebliche Einschränkung für die Anwohner und uns Weingärtner bedeuten. Zwar soll uns die Möglichkeit eingeräumt werden, dass wir über den Gehweg ausweichen und auf diese Weise die geplanten Poller passieren können, doch jenseits von Planerfantasien wirft dies Probleme auf. So kann nur ein falsch geparktes Fahrzeug unsere Durchfahrt blockieren. Außerdem melden wir große Sicherheitsbedenken an,
wenn wir mit unseren Maschinen auf einem Gehweg fahren, der aufgrund der flankierenden Vegetation teilweise schlecht einsehbar ist. Hier besteht die Gefahr von Unfällen.

Wie gesagt, für Marketingzwecke und zum Landschaftsschutz setzt man die Weingärtner gerne ein. Äußern wir aber Wünsche und Anliegen, werden wir von einigen Fraktionen ignoriert. Abgesehen von der Erschwernissen für unsere Arbeit, gibt es zudem weitere Gründe, den Zuckerleweg nicht zu sperren. Hier seien nur die unnötige Flächenversiegelung für einen Wendehammer, das Anwachsen von Verkehr, weil Anwohner teils große Umwege fahren müssen, oder die unnötigen Investitionen erwähnt.

Aus diesem Grund fordern wir, dass die Pläne überdacht und nach wirklichen Alternativen gesucht werden. Natürlich sind wir hier gesprächsbereit.

Bauernverband Stuttgart,
Landwirtschaftlicher Ortsverband Bad Cannstatt
Gerhard Schmid

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