Sunday, 20. September 2009 - Fussball

Bezirksliga: SV Grün-Weiss Sommerrain -Spvgg Feuerbach 1:2


Zu viele Chancen vergeben - SV Grün-Weiss schlug sich selbst

Nach der letztwöchigen Niederlage bei der SG Untertürkheim  wollte Sommerrain natürlich zu Hause wieder drei Punkte einfahren. Trainer Holger Traub war dennoch etwas skeptisch,  da sich in der abgelaufenen Trainingswoche nach seiner Ansicht zu wenige im Training befanden. Verletzungs- und urlaubsbedingtes Fernbleiben schufen nicht unbedingt große Zuversicht. Dennoch erwartete Traub, dass seine Mannschaft trotz der Verletzten Kirchen, Rumenovic und Hetzel alles gibt, um die Zuschauer zufrieden zu stellen.

In der Anfangsphase hatte die Abwehr der Feuerbacher Talkrabben Schwerstarbeit zu leisten. In dieser Phase unterließen es die Gastgeber, den entscheidenden Vorsprung heraus zu schießen.
 
Feuerbachs Coach Thomas Frehe hatte ebenfalls Ausfälle zu beklagen. Benz, Eisele, Machado und Koyuncu fehlten verletzungsbedingt und Scheu stand aus schulischen Gründen nicht zur Verfügung. Aber da Feuerbach ein anderes Anspruchsdenken, nämlich die Aufstiegsplätze im Visier hat, sollten diese Ausfälle nicht die entscheidende Bedeutung haben.

Die Gäste legten auch gleich entsprechend los und hatten in der 3. Minute bereits die erste gute Möglichkeit durch Joachim Besser. Dessen Schuss aus 16 Meter konnte jedoch Suthresan Satkunandan in gewohnter Manier entschärfen.

Doch auch die Gastgeber kamen zu Chancen. Fabian Belz wurde in der 6. Minute an der Mittellinie angeschossen, zog zielstrebig in Richtung Tor und fand dort in Feuerbachs Goalie Tarek Abdelhamad seinen Meister.

Bereits eine Minute später zog Belz erneut über rechts davon, doch auch dieser Abschluss aus 16 Meter wurde eine Beute des Gästetorhüters. Es entstand für den Betrachter der Eindruck, als ob es sich in Feuerbach nicht herum gesprochen hat, welche Qualitäten der Sommerrainer Kapitän zu bieten hat. In der 12. Minute rächte sich diese Unwissenheit der Gäste, als ein Flankenball im Sechzehner noch einmal aufspringt und Fabian Belz mit dem Kopf vor dem herauslaufenden Gästekeeper zum 1:0 für Sommerrain einköpfen konnte.


   
    Schnelle Torjäger haben es schwer: Das weiß Sommerrains Stürmer Fabian Belz nur zu Genüge. Auch heute  gab es gegen Feuerbach ordentlich auf die Socken, Belz musste mehrmals gepflegt werden - die Verteidiger sind bei schnellen Leuten  nicht zimperlich.
     
Dieses Tor schien die Gastgeber anzutreiben, denn plötzlich war Sommerrain Chef im Ring. Von der 15. bis zur 17. Minute hatten die Gastgeber drei Eckbälle und konnten sich in Feuerbachs Gefahrenzone einnisten. Immer wieder geschickt angetrieben von dem eminent fleißigen Marcel Hameister, kamen die Gastgeber zu guten Möglichkeiten. Wie selbstsicher Sommerrain nun auftrat, zeigte eine Situation in der 20. Minute als Boris Vasic es sogar von der Mittellinie gegen den weit vor dem Tor postierten Gästetorhüter mit einem Weitschuss versuchte.

Es dauerte fast bis zur 30.Minute, ehe Feuerbach den Rückstand verarbeitete und seinerseits wieder Spielanteile erkämpfte. Die hatten es aber in sich, denn Sommerrain wurde nun zurück gedrängt und konnte nur mit einem bekannt probaten Mittel, nämlich mit langen Bällen auf Belz oder Vasic  zu spielen, sporadisch entlasten. In der Endphase der ersten Halbzeit lieferten die Gastgeber eine aufopferungsvolle Abwehrschlacht Was an dem sehr starken Anes Geko vorbeikam, war eine sichere Beute von Suthresan Satkunandan. Doch auch er wäre in 39. Minute machtlos gewesen als Berndt Schneider aus fast unmöglichem Winkel das Spielgerät an den Querbalken hämmerte.

In diese Drangphase der Gäste kurz vor Halbzeit wieder ein gefährlicher Konter von Sommerrain. Belz wird auf die Reise geschickt, will es besonders sicher machen, indem er Vasic anspielen will, doch diesen letzten tödlichen Pass so ungenau spielt das er nicht zum klaren 2:0 verwertet werden kann.
Nach dem Wechsel eigentlich dasselbe Bild. Feuerbach mit dem reiferen Spiel und mehr Spielanteilen. Sommerrain mit den effektiveren Angriffsbemühungen.

In der 53. Minute wird erneut Belz von Vasic in Szene gesetzt, doch dessen Alleingang auf das Tor endet wieder einmal neben dem gegnerischen Torpfosten. Die Feuerbacher scheinen es immer noch nicht begriffen zu haben, woher die meiste Gefahr beim Gegner droht.

Beispiel gefällig: Bereits fünf  Minuten später wird wieder Belz mit einem langen Ball bedient, dessen präziser Querpass landet bei Andreas Fix, doch der verzieht knapp.

Fazit nach einer Stunde Spielzeit: Eindeutig mehr Spielanteile für Feuerbach, doch die klaren Chancen für Sommerrain. Das Spiel hätte schon lange entschieden sein müssen!

So kam es wie es kommen musste. Feuerbach war noch im Spiel und zeigte nun, warum der Anspruch ein anderer war. In der 65. Minute tankte sich der quirlige Berndt Schneider über rechts durch und seinen Querpass verwertete Christoph Kaminski unhaltbar aus zehn  Metern zum 1:1. Dieses Tor war für die Gäste eine Initialzündung, denn fortan spielte nur noch eine Mannschaft, nämlich Feuerbach.

Sommerrain wehrte sich so gut es ging. Vor allem Abwehrchef Geko versuchte seine Abwehr zusammen zu halten, doch unstrittig ließen bei den Gastgebern nun die Kräfte nach. Sichtbares Zeichen hierfür war, als Vasic in der 70. Minute mit Wadenkrampf ausgewechselt werden musste. Trainer Traub versucht das Blatt noch einmal zu wenden, indem er den angeschlagenen Vincenzo Mosca ins Spiel bringt. Diese Einwechslung bringt auch noch einmal eine gute Kontermöglichkeit, als Mosca sich über links durchsetzt, doch sein Querpass von Belz in aussichtsreicher Position vertändelt wird.

In der 84. Minute dann die Entscheidung:  Wiederum durch Christoph Kaminski. Den ersten Ball kann Suthresan Satkunandan noch abwehren, doch bei dem Abpraller war nur einer zur Stelle. Kaminski kann aus fünf  Metern unbedrängt zum 1:2 einschieben.

Verzweifelt versuchten nun die Gastgeber in der Schlussphase noch den Ausgleich zu erzielen, doch der Kräfteverschleiß war enorm, die Enttäuschung über die vielen vergebenen Möglichkeiten  zu groß. So blieb es am Ende beim 1:2 für Feuerbach, nachdem  der gut leitende Unparteiische Reinhold Meier vom SC Böckingen diese heiß umkämpfte, aber faire Partie beendet hatte.

Feuerbachs Coach Thomas Frehe sprach nach dem Match von einem glücklichen Sieg, hatten doch die Sommerrainer klare Chancen. Dennoch sieht er seine Mannschaft in der Lage, wesentlich besser zu spielen da der ungeliebte Kunstrasen nicht das bevorzugte Geläuf seines Teams ist.

Sommerrains Coach Holger Traub war ob der Leistung seiner Jungs im Großen und Ganzen zufrieden. Einzig die Torausbeute dieser vielen Möglichkeiten hatte er zu bemängeln. Dennoch sieht er sein Team auf Augenhöhe und das gibt Hoffnung für die Zukunft

SV GW Sommerrain: Suthresan Satkunanandan, Patrick Casabona, Anes Geko, Marcel Stölzel, Andreas Reinhardt, Marcel Hameister, Vasco Pinto, Andreas Beerweiler, Boris Vasic,  Vincenzo Mosca,  Manuel Negro, Fabian Belz, Andreas Fix, De Simone Daniel, Emanuel Rehm.

Spvgg Feuerbach:  Tarek Abdelhamad, Dominic Kimmich, Muhammed Bingöl, Christoph Kaminski, Halil Özel, Michael Tischler, Kai Marquardt, Dennis Frischbier, Berndt Schneider, Joachim Besser, Ümit Bicer, Ralph Willand, Martin Henne, Leandro Marra, Zabedin Bajirami.

Spieler des Tages
: Marcel Hameister

Fotos/Text: Peter Bauer

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